Hersteller-Konfigurator oder eigener: der Unterschied für den Händler

Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern darin, wem die Anfrage gehört. Beim Hersteller-Konfigurator konfiguriert Ihr Kunde auf einer fremden Seite, sieht die unverbindliche Preisempfehlung und landet im besten Fall über eine Händlersuche wieder bei Ihnen. Beim Marktplatz-Konfigurator entsteht ein Lead, der oft mehreren Händlern gleichzeitig angeboten wird und pro Kontakt Geld kostet. Beim eigenen Konfigurator bleibt der Kunde auf Ihrer Website, sieht Ihre Preise samt Ihrer eigenen Positionen und schickt die Anfrage direkt an Sie. Vier Punkte unterscheiden die Wege: Anfragen, Preise, Datenpflege und Sichtbarkeit.
Die drei Varianten im Überblick
Für Händler gibt es drei Wege, einen Konfigurator anzubieten: den des Herstellers einbinden, einen Marktplatz nutzen oder einen eigenen betreiben. Sie unterscheiden sich in vier Punkten, die alle Geld bedeuten: wem die Anfrage gehört, wessen Preise gezeigt werden, wer die Daten pflegt und auf welcher Domain die Sichtbarkeit entsteht.
- · Hersteller-Konfigurator: liegt beim Hersteller, zeigt dessen unverbindliche Preisempfehlung, führt über eine Händlersuche zu Ihnen.
- · Marktplatz-Konfigurator: liegt beim Portal, erzeugt Leads, die verkauft werden, meist an mehrere Händler.
- · Eigener Konfigurator: liegt auf Ihrer Domain, zeigt Ihre Preise, die Anfrage geht direkt an Sie.
Wem die Anfrage gehört
Beim eigenen Konfigurator gehört die Anfrage Ihnen allein. Sie enthält Kontaktdaten, die gewählte Konfiguration und den errechneten Preis, und sie landet in Ihrem Postfach oder System, ohne dass jemand anderes sie ebenfalls bekommt.
Beim Hersteller-Konfigurator ist der Weg länger. Ihr Kunde konfiguriert auf der Herstellerseite und wird danach an einen Händler in seiner Nähe verwiesen. Ob das Sie sind, hängt von der Händlersuche ab und nicht von Ihrer Arbeit. Bei Marktplätzen wird die Anfrage zum Produkt: Sie zahlen für den Kontakt, und häufig bekommt derselbe Interessent parallel Angebote von Wettbewerbern.
Für die Bewertung ist entscheidend, was ein Kontakt bei Ihnen wert ist. Bei Investitionsgütern liegt der Deckungsbeitrag eines Abschlusses so hoch, dass die Frage nach der Herkunft der Anfrage über den Ertrag eines ganzen Jahres entscheiden kann.
Wessen Preise der Kunde sieht
Der Hersteller-Konfigurator zeigt in der Regel die unverbindliche Preisempfehlung. Das ist für den Hersteller richtig, für Sie aber nur ein Ausgangspunkt. Ihre Überführung, Ihre Zubehörpakete, Ihre Serviceleistungen und Ihre eigenen Preise tauchen dort nicht auf.
Ein eigener Konfigurator rechnet mit Ihren Preisen. Er kann Positionen enthalten, die es beim Hersteller gar nicht gibt: Anbauten, die Sie selbst montieren, Serviceverträge, Zubehör aus Ihrem Bestand. Das verändert das Gespräch, weil der Kunde bereits mit Ihrem Angebot rechnet und nicht mit einer Herstellerliste, die Sie danach korrigieren müssen.
Wer die Daten pflegt
Beim Hersteller-Konfigurator pflegt der Hersteller. Das ist bequem und der größte Vorteil dieser Variante. Beim eigenen Konfigurator muss geklärt sein, wer neue Preislisten, geänderte Ausstattungen und neue Modelljahre einpflegt.
Die Antwort darauf entscheidet über den Betriebsaufwand. Wird die Pflege dem Händler überlassen, bleibt sie im Alltag liegen, und der Konfigurator zeigt nach einem Jahr Preise von gestern. Sinnvoller ist eine Lösung, bei der die Katalogdaten zentral gepflegt werden und alle Händler denselben aktuellen Stand bekommen, während jeder Händler seine eigenen Preise und Aufschläge behält.
Wo die Sichtbarkeit entsteht
Ein Konfigurator auf Ihrer Domain arbeitet auf Ihre Sichtbarkeit ein. Die Seiten gehören zu Ihrer Website, werden dort indexiert und stärken das, was Sie ohnehin aufbauen. Ein eingebundener fremder Konfigurator tut das nicht, weil die Inhalte auf einer anderen Domain liegen.
Dieser Punkt wirkt langsam und wird deshalb oft unterschätzt. Er ist aber der einzige der vier, der über die Jahre größer wird, statt gleich zu bleiben.
Was Lead-Gebühren tatsächlich kosten
Bei Marktplatz-Modellen zahlen Händler pro Kontakt oder pro Abschluss. Die Einzelbeträge wirken überschaubar, die Rechnung über ein Jahr sieht anders aus, und zwar aus zwei Gründen.
Erstens zahlen Sie auch für Kontakte, die nie zu einem Abschluss führen. Das ist systembedingt und kein Vorwurf an den Betreiber, verändert aber den effektiven Preis je gewonnenem Kunden erheblich. Zweitens bekommen Wettbewerber denselben Kontakt. Sie zahlen also für eine Anfrage und führen anschließend ein Preisgespräch gegen andere, die dieselbe Anfrage bekommen haben.
Rechnen Sie deshalb nicht mit dem Preis je Lead, sondern mit den Kosten je Abschluss: alle Leadgebühren eines Zeitraums geteilt durch die daraus tatsächlich entstandenen Verkäufe. Diese Zahl lässt sich mit den Jahreskosten eines eigenen Konfigurators direkt vergleichen.
Wem die Daten des Kunden gehören
Neben der Anfrage selbst entstehen im Konfigurator Informationen, die für Ihren Vertrieb wertvoll sind: welche Modelle verglichen wurden, welche Optionen gewählt und wieder verworfen wurden, an welcher Stelle Interessenten abbrechen.
Läuft der Konfigurator auf Ihrer Domain, liegen diese Daten bei Ihnen und Sie können daraus Schlüsse ziehen, etwa welche Ausstattungslinie Sie ins Schaufenster stellen sollten. Bei einer fremden Lösung sehen Sie bestenfalls das Endergebnis.
Datenschutzrechtlich bringt der eigene Betrieb allerdings auch die Verantwortung mit sich. Sie sind dann diejenigen, die über Einwilligungen, Speicherfristen und Auskunftsersuchen entscheiden. Das ist beherrschbar, gehört aber vor dem Start geklärt und nicht danach.
Wann der Hersteller-Konfigurator die richtige Wahl ist
Die eigene Lösung ist nicht in jedem Fall die bessere. Wenn Sie eine einzige Marke führen, deren Hersteller einen guten Konfigurator anbietet, und Sie ohnehin kaum eigene Positionen verkaufen, ist die Einbindung der Herstellerlösung der pragmatische Weg. Sie kostet nichts und macht keine Arbeit.
Sobald Sie mehrere Marken führen, eigene Leistungen mit verkaufen oder die Anfragen selbst besitzen wollen, kippt die Rechnung. Dann zahlen Sie beim Herstellerweg mit etwas, das nicht auf der Rechnung steht: mit den Kontakten.
Häufige Fragen
Darf ich als Händler überhaupt einen eigenen Konfigurator für eine fremde Marke betreiben?
Das hängt vom Hersteller und Ihrem Händlervertrag ab. Üblich ist, dass die Nutzung von Produktdaten und Markennamen im Rahmen des Vertriebs erlaubt ist, die Verwendung von Logos und Formulierungen wie offizieller Partner aber eine ausdrückliche Freigabe braucht. Klären Sie das vor dem Start schriftlich.
Was passiert, wenn der Hersteller seine Preise ändert?
Bei einer zentral gepflegten Lösung wird die neue Preisliste einmal eingespielt und wirkt für alle angeschlossenen Händler. Bei einer Einzellösung müssen Sie die Änderung selbst nachziehen. Klären Sie vor dem Kauf, wer diese Pflege übernimmt und was sie kostet.
Konkurriere ich mit meinem eigenen Konfigurator gegen den des Herstellers?
In der Suche kann das vorkommen, praktisch überwiegt aber der andere Effekt: Wer über den Hersteller kommt, ist noch kein Kontakt von Ihnen. Wer über Ihre Seite konfiguriert, ist es. Beide Wege können nebeneinander bestehen.
Kann ich beim eigenen Konfigurator andere Preise als der Hersteller aufrufen?
Sie rechnen mit Ihren eigenen Verkaufspreisen und können eigene Positionen ergänzen, die es beim Hersteller nicht gibt. Ob und wie weit Sie von der unverbindlichen Preisempfehlung abweichen dürfen, richtet sich nach Ihrem Händlervertrag. Die technische Möglichkeit ist die eine Frage, die vertragliche die andere.
Was passiert mit meinem Konfigurator, wenn ich die Marke wechsle?
Das hängt davon ab, wie eng das System an eine Marke gebunden ist. Eine Lösung, die Katalogdaten von den Händlerdaten trennt, lässt sich auf eine andere Marke umstellen, ohne dass Konfigurationen, Kunden und Angebote verloren gehen. Fragen Sie das vor dem Kauf ab, gerade wenn Ihr Sortiment im Wandel ist.
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