Konfiguratoren für Saunabauer: der Anschluss entscheidet

Dunkle Holzsauna von innen, im Vordergrund die Steine im Ofenkorb, dahinter Baenke und indirekte Beleuchtung.

Bei der Sauna führt eine einzige Rechenkette vom ersten Maß bis zur Machbarkeit. Aus dem Innenmaß folgt das Volumen, aus dem Volumen die Ofenleistung, aus der Leistung die Art des Stromanschlusses. Und dort endet es für manchen Kunden, weil in der Wohnung kein Drehstrom liegt und der Zählerschrank zwei Etagen tiefer sitzt. Die meisten Saunarechner im Netz fragen zuerst nach Holzart und Beleuchtung und zuletzt nach dem Strom. Damit steht die einzige Frage am Ende, die das ganze Vorhaben kippen kann.

Bei der Sauna entscheidet der Anschluss und nicht die Ausstattung

Saunen werden über Bilder verkauft und über Haustechnik gebaut. Der Kunde sucht nach Holzart, Glasfront und Licht, der Betrieb weiß, dass die Kabine an der Zuleitung hängt. Zwischen diesen beiden Sichtweisen liegt der Grund, warum so viele Anfragen im Sand verlaufen.

Die Kette ist kurz und unerbittlich. Das Innenmaß ergibt das Volumen, das Volumen die nötige Ofenleistung, die Leistung die Anschlussart. Ab einer bestimmten Größe braucht es Drehstrom, und ob der im Raum liegt, weiß der Kunde meist nicht.

Ein Konfigurator, der diese Kette abbildet, dreht die Reihenfolge um, ohne den Kunden zu vergraulen. Er zeigt die schöne Kabine und rechnet im Hintergrund mit. Sobald die Auswahl die Grenze überschreitet, sagt er es, und zwar als Hinweis und nicht als Fehlermeldung.

Die Rechenkette vom Innenmaß zur Ofenleistung

Die Branchenfaustregel lautet: rund ein Kilowatt Ofenleistung je Kubikmeter Kabinenvolumen. Sie gilt für eine gut gedämmte Kabine. Ist die Dämmung schwach oder fehlt sie, werden daraus 1,2 bis 1,5 Kilowatt je Kubikmeter, und bei einer Kabine im Freien liegt der Bedarf noch einmal höher.

Das ist ausdrücklich eine Faustregel und keine Norm. Verbindlich ist am Ende die Angabe des Ofenherstellers, der für jedes Modell einen Volumenbereich nennt. Ein Konfigurator sollte deshalb rechnen und die Rechnung als Vorschlag ausweisen, nicht als Zusage.

Interessant für den Kunden ist der Hebel, den er dabei selbst in der Hand hat. Zehn Zentimeter mehr Höhe wirken auf dem Plan wie nichts und vergrößern das Volumen spürbar. Wer sieht, dass er damit von einem Sechs- auf einen Acht-Kilowatt-Ofen springt, entscheidet anders als jemand, der nur eine Zahl im Angebot liest.

Die Glasfront ist eine Leistungsfrage

Der häufigste Sonderwunsch ist zugleich der wirkungsvollste. Eine Ganzglasfront sieht gut aus und dämmt schlechter als eine Holzwand. In der Praxis wird deshalb je Quadratmeter Glas rund ein zusätzlicher Kubikmeter angesetzt, und aus einer Kabine mit acht Kubikmetern werden rechnerisch zehn oder elf.

Damit ist die Glasfront keine Ausstattungsoption, sondern ein Eingriff in die Technik. Sie kann den Ofen eine Stufe größer machen und diese Stufe kann die Anschlussart ändern. Genau diese Abhängigkeit bildet ein Konfigurator ab und ein Prospekt nicht.

Für das Verkaufsgespräch ist das ein dankbarer Punkt. Niemand will hören, dass sein Wunsch teuer wird. Alle wollen wissen, warum. Ein Werkzeug, das den Zusammenhang zeigt, bevor jemand danach fragt, nimmt dem Gespräch die unangenehme Stelle.

Bei 3,6 Kilowatt liegt die Grenze zwischen Steckdose und Elektriker

Ein Ofen bis 3,6 Kilowatt lässt sich an 230 Volt betreiben, weil diese Last einen 16-Ampere-Stromkreis genau ausreizt. Voraussetzung ist, dass der Stromkreis allein für den Ofen da ist und die Zuleitung mindestens zweieinhalb Quadratmillimeter Querschnitt hat. Hersteller geben solche Öfen für Kabinen bis etwa sechs Kubikmeter an, also für die kleine Kabine für zwei Personen.

Alles darüber braucht Drehstrom mit eigener Absicherung. Das ist kein Zubehör, sondern eine Installation, und sie findet außerhalb der Sauna statt: im Zählerschrank, in der Wand und manchmal über zwei Etagen. Anschließen darf in beiden Fällen nur eine Elektrofachkraft, auch beim kleinen Ofen an der Steckdose.

Für einen Konfigurator ist das die wichtigste Verzweigung im ganzen Ablauf. Er kann nicht wissen, was im Haus liegt, aber er kann fragen und die Folge zeigen. Drei Antwortmöglichkeiten reichen: Drehstrom liegt im Raum, liegt im Haus, weiß ich nicht. Der dritte Fall ist der häufigste und der Grund, warum ein Termin vor Ort sinnvoll ist.

Der Aufstellraum muss mitgeplant werden

Eine Sauna steht selten frei im Raum. Sie braucht Abstand zur Wand, damit die Kabine hinterlüftet wird, und der Raum selbst muss die Feuchtigkeit loswerden, die beim Aufguss und danach entsteht. Ein Kellerraum ohne Fenster ist deshalb kein guter Standort, solange die Lüftung nicht geklärt ist.

In der Kabine folgt die Luftführung einer festen Logik. Die Zuluft kommt unten beim Ofen herein, wird dort erwärmt und steigt auf, die Abluft sitzt diagonal gegenüber, mindestens fünfzig Zentimeter über dem Boden und achtzig Zentimeter unter der Decke. Liegen beide Öffnungen nebeneinander, entsteht ein Kurzschluss und die Luft läuft im Kreis, statt den Raum zu durchqueren.

Für den Konfigurator heißt das: Der Aufstellraum gehört in die Abfrage. Innen oder außen, Keller oder Bad, Fenster vorhanden oder nicht, Bodenbelag und Ablauf. Das sind fünf Klicks, und sie entscheiden darüber, ob der Termin vor Ort eine Aufnahme oder eine Korrektur wird.

Was ein Saunakonfigurator dem Betrieb tatsächlich abnimmt

Der wirtschaftliche Nutzen liegt in der Vorklärung der Technik. Eine Saunaanfrage, bei der Volumen, Ofenleistung, Anschlussart und Aufstellraum schon feststehen, ist ein anderer Vorgang als eine Mail mit dem Satz, man interessiere sich für eine Sauna. Der erste Fall lässt sich kalkulieren, der zweite kostet erst einmal eine halbe Stunde Telefon.

Dazu kommt eine saubere Trennung zweier Kundengruppen. Die Elementkabine im vorhandenen Raum mit vorhandener Zuleitung ist ein Lieferauftrag mit Montage. Die Kabine mit neuer Zuleitung, Lüftung und Bodenaufbau ist ein Bauvorhaben mit Gewerken. Beide brauchen andere Angebote und andere Termine, und der Unterschied zeigt sich in vier Antworten.

Der dritte Punkt gilt für die ganze Branche: Saunen werden abends und im Winter gesucht, oft aus einer Stimmung heraus. Ein Betrieb, der in diesem Moment eine Rechnung und einen Rahmen liefern kann, ist im Rennen. Einer, der auf einen Rückruf am Montag verweist, kämpft danach gegen den Onlinehandel.

Was das für die Auswahl eines Konfigurators bedeutet

Für Saunabauer ergibt sich eine kurze Prüfliste. Rechnet das System aus dem Innenmaß ein Volumen und daraus eine Ofenleistung? Berücksichtigt es Dämmung und Glasflächen im Ansatz? Fragt es früh nach dem Stromanschluss und zeigt die Grenze bei 3,6 Kilowatt? Und erfasst es den Aufstellraum mit Lüftung und Untergrund?

Der fünfte Punkt ist wieder derselbe wie in den anderen Branchen: Kommt am Ende ein Vorgang mit allen Angaben an, der sich weiterverarbeiten lässt? Bei der Sauna ist er besonders wertvoll, weil er die Vorabstimmung mit dem Elektriker möglich macht, bevor jemand hinfährt.

Shopsysteme aus dem Onlinehandel können die Ausstattung und blenden die Haustechnik aus, weil sie liefern und nicht anschließen. Für einen Fachbetrieb ist genau das der Teil, der die Anfrage zum Auftrag macht. Wer auswählt, prüft deshalb zuerst, ob das System vom Ofen her denkt und nicht vom Holz.

Häufige Fragen

Wie viel Kilowatt braucht ein Saunaofen?

Die Faustregel lautet rund ein Kilowatt je Kubikmeter Kabinenvolumen bei gut gedämmter Kabine. Bei schwacher oder fehlender Dämmung werden daraus 1,2 bis 1,5 Kilowatt je Kubikmeter. Für Glasflächen wird je Quadratmeter etwa ein zusätzlicher Kubikmeter angesetzt. Das ist eine Branchenregel und keine Norm: Verbindlich ist der Volumenbereich, den der Ofenhersteller für das jeweilige Modell angibt.

Braucht eine Sauna Starkstrom?

Nicht zwingend. Öfen bis 3,6 Kilowatt laufen an 230 Volt, wenn ein eigener 16-Ampere-Stromkreis zur Verfügung steht und die Zuleitung mindestens zweieinhalb Quadratmillimeter Querschnitt hat. Solche Öfen reichen für Kabinen bis etwa sechs Kubikmeter. Alles darüber braucht Drehstrom mit eigener Absicherung. Anschließen darf in beiden Fällen nur eine Elektrofachkraft.

Wie wird eine Sauna richtig belüftet?

Die Zuluft kommt unten beim Ofen in die Kabine, wird dort erwärmt und steigt auf. Die Abluftöffnung sitzt diagonal gegenüber, mindestens fünfzig Zentimeter über dem Boden und achtzig Zentimeter unter der Decke. Liegen beide Öffnungen zu nah beieinander, entsteht ein Lüftungskurzschluss. Zusätzlich braucht der Aufstellraum selbst eine Möglichkeit, die Feuchtigkeit loszuwerden.

Kann man eine Sauna online konfigurieren?

Die Kabine und die Technik weitgehend ja, die Machbarkeit nicht. Aus dem Innenmaß lassen sich Volumen und Ofenleistung rechnen, aus der Leistung folgt die Anschlussart. Was ein Konfigurator nicht wissen kann, ist der Zustand der Elektroinstallation im Haus und die Lüftung des Aufstellraums. Deshalb endet ein sinnvoller Ablauf mit einem Termin und nicht mit einer Bestellung.

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