Konfiguratoren für Treppenbauer: warum sich eine Treppe rechnen lässt

Die Treppe ist der Fall, in dem ein Konfigurator wirklich rechnen kann. Zwei Maße genügen, die Geschosshöhe und die Deckenöffnung, und daraus ergeben sich Steigungszahl, Steigung, Auftritt und Lauflänge. Die DIN 18065 sagt dazu, welche dieser Werte überhaupt zulässig sind. Wer diese Rechnung online zeigt, beantwortet die erste Frage jedes Interessenten, nämlich ob seine Wunschtreppe in die vorhandene Öffnung passt. Beantwortet wird sie heute meist per Rückruf. Das kostet einen Termin für eine Auskunft, die eine Formel liefert, und es kostet den Interessenten, der abends um elf sucht und bis übermorgen nichts hört.
Die Treppe ist der Fall, in dem ein Konfigurator wirklich rechnen kann
In den meisten Branchen stößt ein Konfigurator irgendwann an eine Grenze, hinter der nur noch ein Fachmann weiterkommt. Bei Küchen ist es der Raum, bei Fahrzeugen die Zulassung, bei Photovoltaik das Dach. Beim Treppenbau liegt die Grenze deutlich weiter hinten, weil die Geometrie einer Treppe aus wenigen Zahlen folgt und diese Zahlen der Kunde selbst messen kann.
Das ist ein Vorteil, den kaum ein Betrieb nutzt. Die typische Website eines Treppenbauers zeigt eine Galerie fertiger Treppen, nennt Materialien und endet bei einem Kontaktformular. Der Interessent sieht schöne Bilder und weiß danach genau so wenig wie vorher, ob seine Treppe machbar ist und was sie ungefähr kostet.
Ein Konfigurator dreht diese Reihenfolge um. Er fragt zuerst nach den beiden Maßen, die alles bestimmen, rechnet daraus die Treppe und zeigt erst dann die Bauart und das Material. Damit steht am Anfang eine Antwort und nicht ein Formular.
Geschosshöhe und Deckenöffnung sind die zwei Maße, die alles bestimmen
Die Geschosshöhe ist der Abstand von Oberkante Fertigfußboden unten bis Oberkante Fertigfußboden oben. Aus ihr folgt die Steigungszahl, und zwar zwingend als ganze Zahl: Alle Stufen einer Treppe müssen gleich hoch sein, also wird die Geschosshöhe durch die gewünschte Steigung geteilt und das Ergebnis auf eine ganze Zahl gerundet. Danach wird zurückgerechnet, und aus dem Wunsch von 18 Zentimetern werden zum Beispiel 17,5.
Die Deckenöffnung entscheidet über den Rest. Ihre Länge begrenzt die Lauflänge, ihre Lage die Antrittsrichtung, und beide zusammen entscheiden darüber, ob die Treppe gerade laufen kann oder gewendelt werden muss. Genau an dieser Stelle scheitern die meisten Wunschvorstellungen, und zwar bevor über Holzart und Geländer gesprochen wird.
Für einen Konfigurator heißt das: Zwei Zahlenfelder und eine Auswahl der Öffnungsform reichen aus, um dem Interessenten eine belastbare Aussage zu geben. Das ist wenig Aufwand für den Kunden und viel Ertrag für den Betrieb, weil danach jeder Anruf eine andere Qualität hat.
Was die DIN 18065 zulässt und was sie ausschließt
Die maßgebliche Norm ist die DIN 18065 in der Fassung von August 2020. Sie unterscheidet nach der Art der Treppe, und dieser Unterschied ist für die Rechnung entscheidend. Bei notwendigen Treppen in Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen liegt die Steigung zwischen 140 und 200 Millimetern, der Auftritt zwischen 230 und 370 Millimetern, die nutzbare Laufbreite bei mindestens 80 Zentimetern.
In sonstigen Gebäuden wird es enger: Steigung 140 bis 190 Millimeter, Auftritt mindestens 260 Millimeter, Laufbreite mindestens 100 Zentimeter. Nicht notwendige Treppen, also solche, die nicht der Erschließung dienen, dürfen mit 210 Millimetern steiler und mit 50 Zentimetern schmaler sein.
Ein Konfigurator, der diese drei Fälle kennt und den Nutzer nach dem Gebäudetyp fragt, liefert Ergebnisse, die im Termin standhalten. Einer, der nur einen Wertebereich kennt, produziert entweder unnötige Absagen oder Zusagen, die der Betrieb später zurücknehmen muss.
Das Schrittmaß trennt die zulässige von der brauchbaren Treppe
Zulässig ist nicht gleich gut. Die Schrittmaßformel bildet den durchschnittlichen Schritt ab und lautet 2 mal Steigung plus Auftritt gleich 590 bis 650 Millimeter, mit 630 als Optimum. Daneben stehen zwei ältere Regeln, die Bequemlichkeitsregel mit Auftritt minus Steigung gleich 120 Millimeter und die Sicherheitsregel mit Auftritt plus Steigung gleich 460 Millimeter.
Alle drei zugleich erfüllt genau eine Kombination, nämlich 170 Millimeter Steigung und 290 Millimeter Auftritt. Deshalb taucht dieses Maßpaar in jedem Fachbuch auf. In der Praxis ist es selten erreichbar, weil die Geschosshöhe selten durch 170 teilbar ist und die Öffnung selten lang genug für 29 Zentimeter tiefe Stufen.
Ein Konfigurator kann diesen Abstand sichtbar machen, statt ihn zu verschweigen. Wer sieht, dass seine Treppe bei einem Schrittmaß von 645 Millimetern liegt und damit am oberen Rand des zulässigen Bereichs, versteht die Empfehlung des Betriebs für eine längere Öffnung sofort. Das ist Beratung, die stattfindet, bevor jemand am Telefon war.
Die Durchgangshöhe entscheidet, ob die Treppe gerade bleiben kann
Die lichte Durchgangshöhe zwischen Stufenvorderkante und Deckenunterseite muss mindestens zwei Meter betragen. Das klingt harmlos und ist der häufigste Grund, warum eine Treppe anders gebaut wird als geplant. Wer unter einer zu kurzen Deckenöffnung geradeaus hochläuft, stößt sich den Kopf, und zwar nicht bildlich.
Deshalb hängen Öffnungslänge, Deckenstärke und Laufform zusammen. Reicht die Öffnung nicht, wird gewendelt, und dann greifen weitere Vorgaben: Gewendelte Stufen brauchen an der schmalsten Stelle mindestens zehn Zentimeter Auftritt, in Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen mindestens fünf. Bei notwendigen Treppen ist nach 18 Steigungen ein Zwischenpodest fällig, und das Podest muss mindestens so breit sein wie der Lauf.
Dazu kommt die Absturzsicherung, die kein Zubehör ist, sondern Teil des Bauwerks. Bis zwölf Meter Absturzhöhe sind 90 Zentimeter Umwehrungshöhe gefordert, darüber 110. Ein Konfigurator, der das Geländer als Zusatzoption unter „Ausstattung“ führt, vermittelt an dieser Stelle ein falsches Bild vom Auftrag und vom Preis.
Warum ein Treppenkonfigurator trotzdem keinen Festpreis ausgibt
Es gibt eine Zahl, die fast jeder Kunde falsch angibt, und sie kippt die gesamte Rechnung. Gemessen wird oft im Rohbau, gerechnet werden muss aber ab Oberkante Fertigfußboden. Estrich und Belag machen leicht zehn bis zwölf Zentimeter aus, und wenn sie oben oder unten fehlen, verschiebt sich die Steigung jeder einzelnen Stufe.
Ein guter Konfigurator fragt deshalb ausdrücklich, ob der Fußboden oben und unten fertig ist, und rechnet den Aufbau sonst mit. Er sagt außerdem dazu, dass das Ergebnis eine Vorplanung ist. Verbindlich wird eine Treppe erst nach dem Aufmaß, weil Decken nicht überall gleich dick und Wände nicht überall lotrecht sind. Die Norm lässt bei Steigung und Auftritt fünf Millimeter Abweichung zu, und diese fünf Millimeter muss jemand vor Ort verteilen.
Der Preis folgt derselben Logik. Bauart, Holzart, Oberfläche und Geländer lassen sich als Spanne rechnen, die Montagesituation nicht. Ein Rahmen, dessen Grenzen erklärt sind, hält im Gespräch. Ein Festpreis, der nach dem Aufmaß steigt, kostet Vertrauen und manchmal den Auftrag.
Was das für die Auswahl eines Konfigurators bedeutet
Für Treppenbauer ergibt sich eine kurze Prüfliste. Rechnet das System die Steigungszahl als ganze Zahl aus der Geschosshöhe und zeigt die Rückrechnung? Kennt es die drei Fälle der DIN 18065 und fragt nach dem Gebäudetyp? Prüft es die Durchgangshöhe gegen die Öffnung? Und behandelt es die Absturzsicherung als Pflichtteil und nicht als Zubehör?
Der fünfte Punkt entscheidet über den Nutzen im Betrieb: Kommt am Ende ein Vorgang mit allen Maßen an, oder nur eine Mail mit Namen und Telefonnummer? Ein Konfigurator, nach dem im Erstgespräch trotzdem alles neu erfragt wird, hat dem Betrieb keine Minute abgenommen.
Viele Anbieter im Markt liefern Visualisierung ohne Rechnung, zeigen also eine hübsche Treppe im Raum, ohne die Norm zu prüfen. Andere liefern eine Rechnung ohne Übergabe, geben dem Kunden also ein PDF mit, das nirgends ankommt. Wer auswählt, sollte deshalb zuerst die Rechenlogik prüfen und erst danach die Darstellung, denn eine falsche Treppe sieht in 3D genauso gut aus wie eine richtige.
Häufige Fragen
Wie viele Stufen braucht eine Treppe bei 2,80 Metern Geschosshöhe?
Bei einer Wunschsteigung von 18 Zentimetern ergeben sich rechnerisch 15,6 Steigungen. Da alle Stufen gleich hoch sein müssen, wird auf 16 Steigungen gerundet, jede 17,5 Zentimeter hoch. Über die Schrittmaßformel folgt ein Auftritt von rund 28 Zentimetern, bei 15 Auftritten also 4,20 Meter Lauflänge für eine gerade Treppe.
Welche Maße schreibt die DIN 18065 für Treppen vor?
Bei notwendigen Treppen in Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen liegt die Steigung zwischen 140 und 200 Millimetern, der Auftritt zwischen 230 und 370 Millimetern, die nutzbare Laufbreite bei mindestens 80 Zentimetern. In sonstigen Gebäuden gelten 140 bis 190 Millimeter Steigung, mindestens 260 Millimeter Auftritt und 100 Zentimeter Laufbreite. Die lichte Durchgangshöhe beträgt immer mindestens zwei Meter.
Kann man eine Treppe online konfigurieren?
Die Geometrie ja, den verbindlichen Preis nicht. Aus Geschosshöhe und Deckenöffnung lassen sich Steigungszahl, Steigung, Auftritt und Lauflänge berechnen und gegen die DIN 18065 prüfen. Verbindlich wird die Treppe erst nach dem Aufmaß, weil Decken nicht überall gleich dick und Wände nicht überall lotrecht sind.
Warum passt die geplante Treppe oft nicht in die vorhandene Öffnung?
Weil die lichte Durchgangshöhe mindestens zwei Meter betragen muss. Ist die Deckenöffnung zu kurz, unterschreitet eine gerade Treppe dieses Maß, und es wird gewendelt oder ein Podest eingeplant. Ein zweiter häufiger Grund ist die falsche Ausgangszahl: Gemessen wird oft im Rohbau, gerechnet werden muss ab Oberkante Fertigfußboden.
Konfigurator für Ihren Betrieb?
In 15 Minuten wissen Sie, was er bei Ihnen kostet, wann er live geht und ob er zu Ihrem Sortiment passt.
15 Minuten sprechenWeiterlesen